![]() Im Juni 1944 fielen die ersten fliegenden Bomben auf London. Umgangssprachlich nannte man sie ´´buzz-bombs´´(Summende Bomben) oder ´´doodle-bugs´´(Heuler). Man wusste zuerst nicht, was das war, da sie offensichtlich nicht von einem Flugzeug aus geworfen wurden. Dann begriff man, dass sie in der Tat selbstangetriebene, unbemannte Flugobjekte waren, die, wenn sie ihre maximale Reichweite erreichten, samt ihrer explosiven Ladung einfach runterstürzen würden. Erst fielen nur eine oder zwei, aber schon bald wurde klar, dass es sich um ein planmässiges Bombardement handelte. Der bemerkenswerteste Aspekt der ``Doodlebugs`` war ihr Geräusch,
das ziemlich anders als das eines Wie ich später herausfand, kam es am 28. Juli 1944 zu einem besonders schlimmen Vorfall, als eine fliegende Bombe in das Haupt-Einkaufszentrum von Lewisham fiel. Sie durchdrang einen Schutzbunker, und es gab 51 Tote und viele Verletzte. Ungefähr zu dieser Zeit war ich etwa eine Viertelmeile entfernt in einer Straße und bekam das Durcheinander aus der Nähe mit. Woran ich mich am meisten erinnern kann, sind die Blutflecken auf dem Bürgersteig. Wenn ich nun zurückblicke, macht mich am meisten betroffen, wie sachlich und kühl ich in meinem damaligen Alter auf all das reagierte. Im August 1944 begab ich mich zu einem Onkel, der in einem Dorf in der
Nähe von Canterbury in Kent lebte. Dort waren wir im Gegensatz
zu London nicht das Ziel der fliegenden Bomben. Aber sie flogen oft
über unseren Köpfen hinweg, da das Dorf in einer Gegend war,
die ´´Doodlebug-Allee´´ genannt wurde. Manchmal
fielen die Bomben auf die nahegelegenen Felder; entweder, weil sie zu kurz
fielen, oder weil sie von Jagdflugzeugen abgeschossen wurden. Die RAF brachte
die ersten Jetflieger zum Einsatz, die versuchten, sie abzufangen,
Ich erinnere mich, wie ich neben meinem Vetter und seiner Freundin in dem nördlichen Hügelland (North Downs) saß, und sah, wie ein Jet-Kampflugzeug Jagd auf eine V1-Rakete machte. Sie stürzte irgendwo in der Ferne ab, was ein aufregendes Schauspiel war; sie war von dem verfolgenden Flugzeug entweder abgeschossen oder vom Kurs abgebracht worden. Einige von ihnen explodierten nicht, und eine davon wurde in einem Lagerraum in Canterbury zur Schau gestellt. Ohne Zweifel verursachten diese Angriffe in London in einem Zeitraum von wenigen Wochen große Schäden. Die Alliierten Armeen waren auf dem Vormarsch zu den Startrampen in Nord-Frankeich und Belgien, und es gab Sorge, dass sie es nicht rechtzeitig schaffen würden, dort hinzugelangen, um weiteren Schaden und den Verlust an Menschenleben zu verhindern. Bald wurden sie jedoch durch die weitaus gefürchteteren V2-Waffen ersetzt. Dies waren echte Raketen, viel länger und zerstörerischer, die überhaupt keine Vorankündigung von ihrer Ankunft machten, und sie fielen in einzelnen Intervallen während des ganzen letzten Kriegswinters 1944-45 auf London. Bernard Bergonzi
(Übersetzt von Matthias, Kl.11a-2000, Anna-Essinger-Gymnasium
Ulm, Germany)
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