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Geseke's Geschichte

Nach dem Feuersturm

En Im Juli 1943 eskalierte der Krieg so, dass keine Ruecksicht auf die Gefuehle kleiner Maedchen genommen werden konnte. Waehrend der Nacht des 24. auf den 25. Juli, es war sehr heiss, gab es ueber Hamburg den ersten einer Reihe sehr schwerer Luftangirffe. Zu der Zeit hatte unser Haus einen eigenen Luftschutzbunker im Keller, mit schweren Eisentueren, Etagenbetten, einer Toilette und vielen Nuessen und Zucker. Meine Schweste Hilke beschrieb diese Nacht in ihrem Tagebuch:

"Papa war in Pommern um Geseke zu holen, Henning war bei der Luftwaffe. Wir hatten keinen Mann im Haus. Mami stzte sich Papas Helm auf und ging hoch um zu sehen ob das Haus brannte. Ueberall war Glas, sogar in der Babywiege. Am naechsten Morgen um 9 Uhr war es so dunkel als ob es 4 Uhr morgens waere. (Ich nehme an, es war wegen des Rauchs vom Feuersturm) Es klaerte sich den ganzen Morgen nicht auf. Es gab kein Licht und kein Gas. Spaeter am Nachmittag wollte ich Gras fuer meine 2 kleinen Hasen von der Moorweide (die Gemeinde) holen. Bei jedem 2. Schritt war eine Bombe, die immernoch brannte. Ein Polizist kam und sagte zu mir, ich sollte lieber nach Hause gehen und die Hasen schlachten."

Als ich am folgenden Tag mit meinem Vater ankam, hatte ich nur eine Nacht zu Hause. Am naechsten Morgen entschieden meine Eltern, dass alle ausser meinem Vater Hamburg verlassen sollten. Es wurden schlimmere Luftangriffe erwartet und es war Chaos in der Stadt. In ein paar Stunden packte meine Mutter die wichtigsten Dinge zusammen, alles in kleine Taschen und kleine Rucksaecke. Wir konnten uns selbst tragen und jeder bekam 3 Stueck Handgepaeck. Um 18.00h gingen wir nach Moorweide ( die Gemeinde) wo viele Lastwagen warteten, um die Leute aus der Stadt herauszubringen.

Unsere Hoffnung, zusammen zu bleiben stellte sich als unmoeglich heraus. In keinem der Lastwagen war genug Platz fuer alle von uns, in diesem Fall wuerde das bedeuten, dass wir zu verschiedenen Plaetzen gebracht wuerden. Meine aeltere Schwester Hilke war die erste, die gehen musste - ohne mehr als Auf Wiedersehen zu sagen. Sie ging richtung Sueden auf einen Bauernhof, wo sie bis zu den Sommerferien blieb. Meine Mutter und das Baby gingen nach Thueringen zu einer Tante namens Dora. Auf dem Weg, waehrend meine Mutter doeste nahm eine merkwuerdige Frau das Baby und verschwand vom Lastwagen, zum Glueck merkte es meine Mutter rechtzeitig.

Unser Au-pair Maedchen Klara, 16, meine juengere Schwester und ich gingen in einen Lastwagen, der uns zur naechsten funktionierenden Eisenbahnstation vbringen sollte. Dort fragten wir nach einem Zug nach Pommern. Jeder Zug war absolut ueberfuellt, nach einigem warten stiegen wir in einen Zug , nur um gesagt zu bekommen, dass das der falsche ist. Hastig stiegen wir aus und zaehlten unsere 9 Gepaeckstuecke. Klara brach zusammen und fing an zu weinen, ich fand es noetig sie zu troesten, ich fand es sehr einfach mich zu kontrollieren.

Wir schafften es dann in einen Zug voller Soldaten zu kommen. Ich errinere mich noch gut daran, dass ich auf dem Schoss eines Soldaten schlief.Nach 2 Naechten und 2 Tagen und einem halben Dutzend Umsteigen erreichten wir Dorow.
Die Familie dort begruesste uns und auch mehrere Kinder aus Berlin zurueck. Eine Privatlehrerin, Frau Smuda, war sehr engagiert und unterrichtete 5 von uns sehr gut. Sie war sehr gut organisiert aber auch sehr streng, sie hatte ein schreckliches System mt roten, gruenen und schwarzen Punkten fuer jeden Tag, entsprechend wie wir uns betragen hatten. 18 Monate vergingen, mit nur einem Urlaub mit meiner Familie, ein wunderbarer Sommer in der Heide.

Im Januar 1945 war es nicht mehr sicher in Pommern. die Russen kamen schnell und waren in der Naehe des Schneiderstuhls. Deshalb schlossen Meike, die Lehrerin und ich uns einer Familie aus Ostrussland an und flohen weiter in zwei grossen Lastwagen mit Pferden und Teppichen als Dach Richtung Westen. Die Strassen waren vereist und die Pferde rutschten oft aus. Deshalb mussten wir Pferde vor den Lastwagen stellen, was hiess, dass wir noch langsamer waren. Nachts durften wir auf grossen Bauernhoefen schlafen, und bekamen sogar Essen.

Im Februar 1945 erreichten ich mit Meike und die Lehrerin Hamburg. Meine Eltern luden den Rest meiner Gastfamilie ein zu bleiben, was sie schliesslich fuer eine Weile taten. Fuer mich waren Vorbereitungen gemacht worden, so dass ich in eine Schule nahe der Ostsee gehen konnte. Dort blieb ich aber nur fuer 2 Monate. Auf der Schule sah ich wie eine Schuelerin nach der anderen von ihren Vaetern geholt wurden, und ich schrieb eine Karte nach Hause in der ich fragte, ob ich auch geholt werden koennte, aber meine Eltern dachten, dass Hamburg moeglicherweise ein Platz der Strassenkaempfe werden koennte, und dass ich sicherer in der Schule waere. Ich bekam eine Karte von meiner Mutter in der stand:
"ich wollte einen Kuchen fuer dich backen, aber wir haben kein Gas . Jedesmal wenn es einen Luftangriff gibt, bin ich froh, dass du nicht hier bist.

Im Mai 1945, als der Krieg zu Ende war, war ich die einzige von drei Toechtern die nach Hause ging. Der Direktor unserer Schule hatte mich und den Rest mit nach Hamburg zurueckgeommen. Als die britischen Truppen einmarschierte, wollte ich aus dem Fenster schauen, aber meine Mutter mochte das nicht und schob mich sanft weg. Spaeter gingen wir Kinder ueber die Strasse in das bewohnte Haus, dort bekamen wir von den englischen Koechen weisses Brot mit salziger Butter, und gebrauchte Teeblaetter die wir trockneten und widerverwendeten.

Waehrendessen versuchte meine aeltere Schwester, inzwischen 16, zu uns aus dem Sueden Deutschlands zukommen. Deutschland war in 4 Zonen aufgeteilt und sie brauchte einen zonenpass, bekam aber keinen. Sie ueberlebte, dadurch, dass sie auf Bauernhoefen arbeitete. Aber die Arbeit war sehr hart und sie war oft erschoepft und hatte Heimweh. Wieder und wieder versuchte sie einen Zonenpass zu bekommen, was sie oft Stunden von der Arbeit fernhielt und was die Bauern gar nicht mochten. Schliesslich verliess sie den Bauern trampte und reiste als blinder Passagier in Zuegen. Sie hatte tagelang Hautprobleme und Ausschlag, aber schliesslich kam sie nachdem sie ihre Reise im Mai 1945 angefangen hatte am 5. August an.

Meine juenger Schwester Brigitte war in der russischen Zone. Viele Versuche sie heim zu bringen waren gescheitert, schliesslich kontaktierten meine Eltern die alte Tante Dora in Eisenach, sie fast 80 und ihre 60 jaehrige Tochter entschieden, die gruene Grenze bei Nacht zu ueberschreiten und Brigitte mit sich zu nehmen.. Zu der Zeit waren die Grenzen zwischen Ost und West, vor allem in den Waeldern, nicht so gut bewacht wie jetzt. Im Herbst 1945 war es noch moeglich mit einem guten Fuehrer die Grenzen bei Nacht zu ueberschreiten, und das taten sie. Ich werde nie die freude vergessen, die es bei meiner Familie gab, als Brigitte im November 1945 nach Hause kam.

Die Jahre nach dem Krieg waren ganz schoen harte aber glueckliche Jahre. Wir waren alle zusammen und meine Mutter sagte, dass sie trotz der Nahrungsmittelmaengel sehr gluecklich waren. Mein Vater, als ehemaliger Anwalt glaubte nicht an das Einkaufen auf dem schwarzen Markt, aber meine Mutter bekam auf diesem Weg eine Menge Brot. Wir sammelten viele Nesseln fuer das Gemuese, die Nuesse der Buche und Pilzen. Die meiste Zeit verbrachten wir damit, uns 7 am Leben zu erhalten. Einmal, als ich nach Holz fuers Feuer scuhte, fand ich ein Paar wunderbare Armeestiefel zusammen mit einem Paeckchen Zigaretten. Sie waren draussen in den Straeuchern versteckt, und ich hab nie herausgefunden warum sie dort waren. Ich schenkte sie meinem Bruder zu Weihnachten. Das Bohnen und Erbsen kochen war schwierig. Der Gasdruck war so niedrig, dass meine Mutter nachts kochen musste. Sie ging mehreremale waehrend der Nacht runter in den Keller (wo unsere Kueche war) und wickelte dann am Ende den grossen Topf in Zeitungen und Decken ein, bis zum naechsten Mahl.

Es stand eine Hilfsquelle zur Verfuegung, an die ich mich immer erinnern werde - die Schulmahlzeiten, die vom britischen Roten Kreuz gemacht wurden. Wir hatten jeden Tag eine starke, guternaehrende Suppe in unseren kleinen Toepfen mit den Handgriffen, und vor jeden Ferien bekamen wir ein aufregendes Paeckchen mit trockenen Lebensmitteln z.B. eine Dose Huehnchensuppe mit Reis, eine Tafel Schokolade, eine Buechse Sardinen und andere gute Dinge. Es war eine grosse Hilfe - manchmal wurde uns erlaubt ein 2. Paeckchen mit heim zu nehmen. Im kalten Winter von 46/47 hatte ich oft einen Pott Suppe der sehr ungeschickt war, wenn ich von von der Schule nach Hause gleiten wollte.

Geseke10. März 2001

Geseke lebt jetzt in Warwick, England. Sie ist Mitglied bei "the Timewitnesses Panel of Elders."

 

Voici des images des événements décrits par Geseke,comprenant:

Geseke est membre de the TIMEWITNESSES Panel of Elders.


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