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Kates Geschichte

Bomber über Bristol

Als der Krieg begann, war ich 8 Jahre alt und besuchte die Charborough Road Junior School und meine Schwester Elaine war 2 ½.

Wir lebten am Fuß eines Berges; am Ende der Straße war der Sportplatz der Bristol Flugzeug Gesellschaft mit einer nur einen Kilometer entfernten Fabrikanlage - während der Bombardierungen nicht gerade der sicherste Platz.

Es ist merkwürdig, wenn ich zurückblicke, ich erinnere an das, was man als "Möbel des Krieges" bezeichnen könnte; die Leute, meine Umgebung, die Zwischenfälle des häuslichen und schulischen Lebens, die Rationierung und anfangs die Lautstärke der nächtlichen Luftangriffe.
Ich erinnere mich nicht daran, dass ich das Kriegsgeschehen auf der Welt verfolgt hätte oder Dünkirchen, oder die Landung in der Normandie oder das Kriegsende in Europa. Mein Mann erzählte, dass er Flaggen auf eine große Wandkarte steckte um Schlachten zu markieren.

Ich erinnere mich an die Tiefflieger - Ballone, silbrig-glänzend oberhalb der Dächer, an die Geräusche der mobilen Kanonen, die die Straßen auf und ab ziehen in der Nacht, und an die sich kreuzenden Suchscheinwerfer am Himmel. Der Tagesangriff vom 25. September 1940 war unvergesslich - ich spielte Kaufladen im Garten einer Freundin, mit einem kleinen Glas, gefüllt mit einer Mischung von Püppchen, welche an einer Wand aufgestellt wurden. Dann kam das Geräusch wie ein riesiger Staubsauger, das stetig lauter wurde - und die kleinen Gläser wurden leicht erschüttert. Dann gingen Sirenen los und wir rannten zum Schutzraum an der Seite des Gartens.

Die Luftschutzkeller in der Schule waren lange, muffige Korridore, die in den Berghang gegraben worden waren, aber wir haben sie nicht oft benutzt. Unter unserem Grundstück daheim war eine Lehmschicht, und da es direkt am Fuß des Berges lag, füllte sich das Loch, das mein Vater für den Anderson - Luftschutzkeller gegraben hatte, schnell mit Wasser. Also brauchten wir den Morrison - Schutzraum, der das gesamte Wohnzimmer in Anspruch nahm. Er hatte Stahlnetze an den Seiten um uns gegen Bombensplitter zu schützen. Mein Vater war Zollbeamter bei Avonmouth und er stand immer an der Hintertür und berichtete über das Fortschreiten der Bombardements und welche Lagerhäuser getroffen wurden.

Meine Mutter rief dann nach ihm, dass er rein kommen und die Verdunkelungvorschriften einhalten sollte. Wir wohnten oft bei meiner Großmutter in Alveston. Dort bedeutete der Krieg Anti - Fallschirmspringer - Posten aus Beton in den Weiden, italienische Kriegsgefangene, die in den Nebengebäuden inhaftiert waren, Hühner fütterten und um den Sieg buddelten.

Ich ging zur Grundschule in Thombury und erntete Kartoffeln für die örtlichen Bauern. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das Essen ein Problem gewesen wäre. Meine Mutter schaffte das sehr gut und ich habe noch immer einige ihrer Wooltonrezepte für ei-arm dieses und fettarm jenes. Einmal bekamen wir einen Ochsenschwanz (Innereien waren alle) und ich machte Suppe in der Schule, das 5- Sterne - Menü jener Woche.

Die Bombardierungen in Bristol hatten für mich keine Bedeutung. Ich sah die Resultate in der Wine Street und in der Castle Street und ich erinnere mich daran , dass ich einmal in die Mitte eines Kraters geschaut habe und diese vielen Kacheln sah, die in der Eingangshalle von etwas lagen, dass einmal ein großer Laden gewesen ist, Magg´s oder Grights vielleicht, die liebevoll gemalten Muster immer noch erkennbar. Es regt mich manchmal auf Plätze in Bristol sehen zu müssen, die immer noch in Schutt und Asche liegen und überwuchert sind, obwohl der Krieg schon seit über 50 Jahren beendet ist.

Kate Wedd - September 2000

Translation: Bauch Winfried, Maxim Paul
Betreuung: Dietmar Rößler
Ickstatt - Realschule Ingolstadt



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