French version here
English version here

Margarets Geschichte

Ein Doodlebug (V1-Rakete) trifft eine Schule

Photograph of Margaret on the PC Während des Krieges wohnte ich in Aldershot. Es ist eine Garnisonsstadt (was bedeutet, das in und um die Stadt herum viele Kasernen sind), die aber trotzdem kaum einmal  bombardiert wurde, jedoch folgen V1-Raketen über uns hinweg auf ihrem Weg nach London, und viele fielen in unserer Gegend herunter.

An einen Vorfall kann ich mich erinnern; ich war in der Schule, als wir einen V1-Antrieb hörten, der plötzlich ausfiel (das bedeutete, dass die V1-Rakete im Begriff war, herunter zu fallen!).Wir hatten noch keinen Schutz gesucht, weil es dafür gewöhnlich keine Zeit gab, es  gab nur genug Zeit für Miss Clarke, die Erdkundelehrerin, zu schreien "alle in Deckung" und so gingen wir alle unter unseren Schreibtischen wie gewohnt in Deckung.

Es gab eine enorme Explosion, und alle Schulfenster zersplitterten - überall Glassplitter, zum Glück war niemand verletzt, aber wir konnten durch die zerbrochenen Fenster sehen, dass die V-1-Rakete auf die Schule direkt unterhalb unseres Hügels gefallen war.

Meine Mutter hörte es und kam aus dem Haus, um zu erfahren, dass es "die Schule auf dem Hügel" getroffen habe und nahm sofort an, dass es meine Schule war. Sie rannte ohne Unterbrechung drei Meilen, mit wehender Küchenschürze, bis sie sehen konnte, dass unsere Schule unversehrt war. Zu dieser Zeit war ein ganzes Regiment der Kanadischen Armee, das bei uns stationiert war, schon am Ort des Geschehens; sie wühlten in den Trümmern des Klassenzimmers mit ihren bloßen Händen, um die Kinder zu bergen. Durch ein Wunder war nur ein Kind tot, und all die anderen wurden gerettet. Falls einer jener kanadischen Soldaten diese Zeilen lesen sollte, nehmen Sie bitte meinen Dank für die Rettung der Kinder entgegen.


Süßes Andenken

      Noch aus einem ganz anderen Grund möchte ich besonders einem der Kanadier danken - Regiment-Oberstabsfeldwebel Tom Johnston - für eine wunderbare Überraschung. Als sein Regiment 1944 nach Frankreich verlegt wurde, wurde ihnen befohlen, all ihre überschüssigen Lebensmittelvorräte zu vernichten;    da wir sehr strenge Lebensmittelrationierungsgesetze hatten, wäre es nämlich sehr ungerecht gewesen, dass die Bewohner in Aldershot etwas bekommen hätten, was andere nicht bekommen konnten. - Regiment-Oberstabsfeldwebel Tom Johnston - (für mich Onkel Tom ...) schaffte es, ein paar große Dosen getrockneter Früchte (ein unvorstellbares Vergnügen für  nach Süßigkeiten lechzende Kinder) im hinteren Teil seines Austin Seven herauszuschmuggeln. Ich kann selbst jetzt noch diese wunderbaren Rosinen und Aprikosen schmecken! Falls irgendwelche kanadische Johnstons dies lesen sollten, nehmen Sie  bitte meinen herzlichen Dank für Onkel Toms Hilfe entgegen.

Margaret Auckland
April 1996
(Übersetzt von Wolfgang F., Jg 12-2000, Anna-Essinger-Gymnasium Ulm, Germany )

Stories Map Food ELDERS